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Unterflurbehälter - eine innovative Art der Hausmüllerfassung

Nachricht vom: 01.02.2019 - 10:26 Uhr

Unsichtbare Abfallbehälter am „Petrihaus“ in Hofgeismar

Am 28. März wurden die ersten Unterflurbehälter für die Einsammlung von Restabfall, Papier, Leichtverpackungen im Kreisgebiet eingesetzt. Die GEWOBAG hat diese für Ihren Neubau Petrihaus in der Pfeffergasse/Westheimer Straße bestellt.

Zur Verschönerung des  Wohnumfeldes und zur komfortableren Nutzung von Abfallbehältern werden diese neuerdings im Erdreich versenkten Behälter in den Größen 3, 4 und 5 cbm in verschiedenen Modellen angeboten.

Durch das große Nutzvolumen der Unterflurbehälter kann bei identischem Flächenbedarf gegenüber dem Einsatz von herkömmlichen Abfallbehältern das bis zu fünffache des Abfallvolumens aufgenommen werden. Insbesondere dieser Vorteil hat die GEWOBAG überzeugt entlang der historischen Stadtmauer keine sechs bis neun 1.100 Liter Abfall- und Wertstoffbehälter aufzustellen, sondern drei Unterflurbehälter, von denen nach erfolgtem Einbau nur die drei eleganten Einwurfsäulen zu sehen sind.

Für die Installation der Systeme ist lediglich die Herstellung einer entsprechenden Baugrube mit Arbeitsraum erforderlich. Die Betonfertigteile werden in die offene Baugrube hineingestellt und diese dann anschließend wieder verfüllt und angepflastert. Das System ist sofort einsatzbereit.

Die Leerung erfolgt über ein entsprechendes Kranfahrzeug mit einer Pilz-Aufnahme-Technik. Der Sammelbehälter wird aus dem Betonschacht komplett herausgezogen, über den Container des Kran-Lkw geführt und durch die zwei Bodenklappen entleert.

Ein Unterflursystem besteht aus dieser Pilzaufnahme, der Einwurfsäule, einer begehbaren Abdeckplatte, einem Sammelbehälter aus Metall, einem Betonbehälter als Hülle für den Sammelbehälter, einem Mantelrohr, welches in die Einwurfsäule integriert ist und durch das der Müll in den Auffangbehälter gelangt, sowie der Sicherheitsplattform, die beim Entleeren des Auffangbehälters die dadurch entstehende Öffnung des Betonschachtes sichert.

Die Einführung von Unterflursystemen in der öffentlichen Abfallentsorgung ist für beide Vertragsparteien eine Win-Win Situation: Im Rahmen eines Nutzungsvertrages ist geregelt, dass die GEWOBAG als Grundeigentümer für die Herstellung der Baugrube auf dem eigenen Grundstück zuständig ist und die Kosten des Betonbehälters trägt. Eigentümer der Sicherheitsebene sowie des eigentlichen Unterflur-Sammelbehälters bleibt die Abfallentsorgung Kreis Kassel wie auch bei herkömmlichen Abfallbehältern. Da diese Bauteile sicherheits- und wartungsrelevant sind, werden sie  nicht auf den Grundeigentümer übertragen um die Entsorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten.

Der Nutzungsvertrag regelt neben der jährlichen Wartung und  Instandsetzung des Systems auch die Vertragsdauer für die Unterflursysteme und deren Leerungskosten.

Die Unterflurbehälter des Petrihauses haben im Landkreis Kassel Pilotcharakter und basieren auch auf einem entsprechenden Paragraphen der Abfallsatzung für Modellvorhaben.

Es wird geplant das Angebot an Unterflurbehältern auszuweiten und als normale Regelgefäße in der Abfallsatzung aufzunehmen. Da nicht alle Standorte für die Einrichtung von Unterflursystemen geeignet sind, wurden in einem Informationsblatt die Standortvoraussetzungen zusammengefasst.

Die Vorteile:

• Optisch ansprechend  lassen sich Unterflursysteme  gut in das Stadtbild und die Wohnanlage integrieren.
• Herkömmliche, große Standplätze mit vielen Abfallbehältern sind oft eingegrünt, nicht einsehbar und werden zur
  Ablage von Beistellungen genutzt. Bei Unterflursammelplätzen hingegen ist allein die offene und dezente Bauweise
  der Schlüssel für ein   sauberes Umfeld, da eine Eigenkontrolle der Bewohner stattfindet.
• Durch den minimaler Platzbedarf sind die zunehmend kostbaren Flächen für andere Nutzungen, z.B. als Spiel-,
  Park- oder Freifläche nutzbar.
• Die niedrige Einwurfhöhe  ermöglicht auch älteren, körperlich eingeschränkten Personen und Kindern einen
  einfachen Einwurf des Abfalls. Neben der barrierefreien Gestaltung von Wohnungen oder Außenanlagen, ist so
  auch Behälterstandplatz   behindertengerecht. Im Hinblick auf den demographischen Wandel sind Unterflursysteme
  das Entsorgungssystem der Zukunft.
• Am Abfuhrtag ist keine Bereitstellung der Behälter erforderlich. Aufgrund  veränderterer Lebensverhältnisse,  Wegfall
  der ortsansässigen Hausmeister und des demographischer Wandel ist auch dies ein Schritt in die Zukunft.
• Durch die Sammlung der Abfälle unter der Erde entweichen keine unangenehmen Gerüche, die Unterflursysteme
  erfüllen alle Ansprüche an Hygiene und Lärmschutz.
• Da die Einwurftrommeln nur mit Schlüssel zu öffnen sind, ist eine Fremdnutzung ausgeschlossen. Auch Tiere
  haben keine Chance, die Abfälle auf der Suche nach Nahrung zu durchsuchen.

 

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