Vollständigen Endbericht des Praxisversuchs (pdf-Datei)

Hauptbereich

Graue Wertstofftonne - Praxisversuch

Praxisversuch zur weiteren Wertstoffentfrachtung von Hausmüll

Für den Praxisversuch wurde der Hausmüll aus dem Landkreis Kassel sowie aus dem Gebiet des Zweckverbandes Südniedersachsen genutzt, der aufgrund hoher Bioabfallerfassungsraten relativ trocken und sortierfähig ist. Der Hausmüll wurde zunächst mit der vorhandenen mechanischen Aufbereitungstechnik in den zwei Abfallbehandlungsanlagen (Anlage der B + T GmbH in Weidenhausen, Werra-Meißner-Kreis und MBA-Anlage des AZV Südniedersachsen in Deiderode, Landkreis Göttingen) zu einem Wertstoffkonzentrat aufbereitet. Aus diesem Konzentrat wurden mittels modernster Nahinfrarot-Sortiertechnik (NIR), die auch beim Verpackungsrecycling eingesetzt wird, Wertstoffe, insbesondere Kunststoffe aussortiert. Die Kunststoffe wurden in einem Labor zur Bewertung der Material- und Recyclingeigenschaften begutachtet.

Wertstoffpotential vorhanden
Die Untersuchungen ergaben folgendes Wertstoffpotential in den Restabfällen:
























In den sonstigen Wertstoffen sind vor allem Papier und Glas enthalten. Das Wertstoffpotential bestätigt die Ergebnisse von Voruntersuchungen.

Höhere Kunststoffausbeute im Vergleich zur Wertstofftonne
Das Wertstoffpotential konnte durch die Nahinfrarot-Sortiertechnik wie folgt ausgeschöpft werden:




























Das System Graue Wertstoffstonne kann höhere Kunststoffverwertungspotentiale generieren, als sich das Bundesumweltministerium als Ziel für eine Wertstofftonne gesetzt hat. Darüber hinaus werden fast alle Metalle aus dem Restabfall über die mechanische Aufbereitung mit FE- und NE-Abscheidern aussortiert.

Qualität des Recyclingkunststoffs vergleichbar mit Verpackungsrecycling
Die im Kunststofflabor ermittelten Parameter bestätigen, dass der mittels NIR-Sortierung aus dem Hausmüll gewonnene Kunststoffstrom (PP und PE) materialseitig vergleichbar mit den Fraktionen der Aufbereitung von Leichtstoffverpackungen (LVP) ist. Die Kunststoffqualität der untersuchten PP- und PE-Kunststoffe lag im erwarteten Qualitätsspektrum und zeigt keine signifikanten Unterschiede zu Rezyklaten aus der LVP-Erfassung. Aus den untersuchten Probemengen kann die Aussage getroffen werden, dass eine positive Vermarktung möglich ist.










Granulat und Normprüfkörper von Polypropylen (PP) aus Hausmüll


In Bezug auf den Geruch der Proben konnte festgestellt werden, dass nicht die Anhaftungen aus der Restmülltonne ausschlaggebend waren, sondern die Füllgüter der Verpackungen. Insbesondere Parfümstoffe aus Wasch- und Körperpflegemittel waren deutlich wahrnehmbar.

Vollständigen Endbericht des Praxisversuchs (pdf-Datei)




 

Fussbereich