Endbericht des Volumenversuchs (pdf-Datei)

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Volumenversuch zur Grauen Wertstofftonne

Was ist die optimale Größe?

Der Eigenbetrieb Abfallentsorgung Kreis Kassel und das Witzenhausen-Instituts für Abfall, Umwelt und Energie wollten herausfinden, wie groß eine Mülltonne sein muss, um Hausmüll und Leichtverpackungen des Gelben Sacks zusammen entsorgen zu können. Der zweimonatige Praxisversuch diente daher in erster Linie zur Orientierung, welches Mindestvolumen im Landkreis Kassel pro Person für eine Graue Wertstofftonne festgelegt werden muss.

Versuchsweise wurde von einem Mindestvolumen von 30 Liter pro Einwohner ausgegangen. Das sind 10 Liter mehr, als satzungsgemäß bisher im Kreis Kassel festgelegt ist. Dazu wurden den Versuchsteilnehmern – 22 Haushalte, die sowohl unterschiedliches Nutzerverhalten als auch unterschiedliche Haushaltsgrößen aufwiesen - größere oder zusätzliche Behälter zur Verfügung gestellt.

Die Verpackungen wurden schon an der Anfallstelle, d.h. in den Haushalten, zusammen mit dem Restmüll gesammelt, da nur so eine entsprechende Reduzierung des Verpackungsvolumens sichergestellt war. Ein nachträgliches Untermischen der Verpackungen oder zupacken der Gelben Säcke in die Restmülltonne hätte die Ergebnisse verzerrt und letztendlich einen zu großen Volumenbedarf suggeriert.


Mindestens 30 Liter pro Person bei 14-täglicher Leerung
Für etwa zwei Drittel der Haushalte hat das Mindestvolumen von 30 Litern je Einwohner und Abfuhrzyklus als Berechnungsgrundlage des Behältervolumens gereicht, zum Teil allerdings nur knapp.

Für ein Drittel der Haushalte war selbst ein deutlich höheres zur Verfügung gestelltes Volumen (im Mittel knapp 40 Liter) noch zu wenig. Auch auf Nachfrage sahen die meisten Haushalte dieser Gruppe keine Möglichkeit, durch Volumenreduzierung von Verpackungen oder veränderte Konsumgewohnheiten (Pfandflaschen statt Einwegverpackungen), mit dem gestellten Volumen auszukommen.

Es ist davon auszugehen, dass bei einer allgemeinen Systemumstellung auf die gemeinsame Erfassung von Verpackungen und Hausmüll, die allermeisten Haushalte ihr individuelles Erfassungs- und Entsorgungssystem optimieren und den neuen Umständen anpassen würden, so dass das gestellte Volumen im Regelfall ausreicht. Für weiteren Volumenbedarf bietet der Landkreis Kassel jetzt schon gegen Gebühr zusätzliche Abfallsäcke für gelegentlichen Mehranfall an.


Bisher kein Anreiz zur Verpackungsvermeidung in den Haushalten
Für einen großen Teil der Teilnehmer war der Versuch ein Augenöffner hinsichtlich der Masse der in den Haushalten anfallenden Verpackungen. Mit dem durch die Gelben Säcke nahezu unbegrenzt zur Verfügung stehenden Volumen für die Entsorgung von Verpackungsabfällen haben die Verbraucher jegliches Gefühl für die Menge der anfallenden Verpackungen verloren.

Dementsprechend ist in den zurückliegenden Jahren ein deutlicher Anstieg der bundesweiten Verpackungsmengen zu verzeichnen.

Das derzeitige System der Verpackungsentsorgung ist mit den Zielen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes nicht kompatibel. Die Vermeidung von Abfällen als oberstes Ziel der Abfallhierarchie, wird glatt unterlaufen.

Die Graue Wertstofftonne wird von den Haushalten positiv beurteilt 
Der Versuch die Verpackungen gemeinsam mit dem Hausmüll zu erfassen wird von den Haushalten durchweg positiv beurteilt (lediglich einer der befragten Teilnehmer äußerte, lieber trennen zu wollen). Das System wurde als sehr bequem empfunden. Insbesondere der Wegfall der Gelben Säcke wird als ein wahrer Segen empfunden. Keine lästige Zwischenlagerung mehr in den Haushalten, keine von Tieren (Waschbären!) ausgeräumten, keine vom Wind verwehten Gelben Säcke, keine zusätzliche Wertstofftonne.


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