Eigenkontrollbericht 2010

Hauptbereich

Deponie

Aufbau und Betriebsablauf
Die einzelnen Sektoren der „Neudeponie” wurden abschnittsweise nach dem aktuellen Stand der Deponiebautechnik ausgebaut und verfüllt.
Da der vorhandene Müllkörper durch Umsetzungsprozesse noch bis zu 20 % seiner ursprünglichen Höhe verliert, kann die endgültige Oberflächenabdichtung mit anschließender Rekultivierung erst in cirka zehn Jahren erfolgen, wenn die Setzungen weitgehend abgeschlossen sind und keine Schäden am Oberflächen-Abdichtungssystem mehr hervorrufen können.
Um den Deponiegasaustritt und die Sickerwasserneubildung schon vor Ablauf dieser zehn Jahre zu reduzieren, erhielten die bis Juni 2005 verfüllten Sektoren der Neudeponie eine temporäre Oberflächenabdichtung, die für den Bau der endgültigen Oberflächenabdichtung genutzt werden kann. Alle Deponieteile sowie das Abfallzwischenlager werden aus Gründen des Klimaschutzes aktiv entgast.
Die Umweltfabrik (Deponiegasnutzungs- und Sickerwasserreinigungsanlage), befindet sich in einer Entfernung von ca. 2,5 km zum Deponiegelände im Industriegebiet von Hofgeismar.
Mehr Informationen zur temporären Oberflächenabdichtung (PDF-Datei)

Umweltaspekte
Zum 01.06.2005 trat bundesweit eine neue gesetzliche Regelung in Kraft, aufgrund derer sich die Ablagerungsbedingungen stark verändert haben.
Die Deponierung von Restabfällen und anderen Abfällen wurde verboten.
Trotz erheblicher Fortschritte in der Deponietechnik mit aufwändigen Maßnahmen zur Abdichtung, Sickerwassererfassung und –behandlung und Deponiegasnutzung wurden diese Maßnahmen vom Gesetzgeber als nicht ausreichend angesehen, da hierdurch negative Auswirkungen der Deponierung auf die Umwelt nicht ausgeschlossen werden können.
Seit dem Deponierungsverbot für Rest- und andere Abfälle dürfen nur noch weitgehend immissionsneutrale Abfälle wie z.B. Schlacken und Sande deponiert werden.
Daher hat sich die Menge der deponierten Abfälle entsprechend verringert.

Kostenaspekte
Die ursprünglich genehmigte Kapazität der seit 1989 genutzten „Neudeponie” belief sich auf insgesamt cirka 3,2 Millionen cbm Einbauvolumen.
In den derzeit genutzten und somit bereits basisabgedichteten Sektoren 3 und 4 steht noch ein Einbauvolumen von ca. 200.000 cbm zur Verfügung. Ob und in welchem Umfang dieses Volumen noch genutzt werden kann, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt ungewiss. Es ist nicht davon auszugehen, das darüber hinausgehendes Einbauvolumen, welches auf Basis der damaligen Gesetzeslage genehmigt wurde, noch genutzt werden wird.

Die Deponierung von Abfällen verursacht Kosten für den Betrieb, den Ausbau und die Rekultivierung, die über die Deponiegebühren gedeckt werden.
Auch wenn nunmehr keine nennenswerten Abfallmengen mehr deponiert werden und damit einhergehend auch kaum noch Deponiegebühren eingenommen werden, erfordert der bis zu diesem Zeitpunkt deponierte Abfall noch ein umfangreiches Nachsorgeprogramm, um Gefährdungen der Umwelt so gering wie möglich zu halten.
Das bedeutet, dass in der Kalkulation auch die Kosten für den Zeitraum nach der eigentlichen Deponierung, der Nachsorgephase, berücksichtigt wurden, um dem Abfallanlieferer eine verursachergerechte Deponiegebühr berechnen zu können.
In der Gebührenkalkulation für die Deponie wurden daher sämtliche Ausgaben, die mit dem Deponieobjekt verbunden sind, auf das jeweils zur Verfügung stehende Deponievolumen bzw. den oder die entsprechenden Sektor/en derart verteilt, dass sich ein einheitlicher Kostensatz pro cbm an Verfüllvolumen ergibt.
Mehr Informationen zu den Nachsorgekosten (PDF-Datei)

 

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